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Willkommen: Sie sind in Sicherheit

Innenminister Boris Pistorius (2. von rechts) begrüßte die ersten Ankömmlinge in Osnabrück per Handschlag. Vorne rechts Superintendent Friedemann Pannen. Foto: NOZ

Mit all ihren Habseligkeiten sind die Flüchtlinge von Bramsche nach Osnabrück überstellt worden. Hier bleiben sie ein paar Wochen, ehe es innerhalb Niedersachsens weitergeht. Foto: NOZ

Flüchtlingskind kurz nach der Ankunft in Osnabrück. Foto: NOZ

Erste Flüchtlinge in Osnabrück begrüßt

S. Osnabrück. „Oh, we are famous“ („Wir sind berühmt“), entfuhr es einem jungen Afghanen, als er am Natruper Holz aus dem Bus stieg. Ein Pulk von Journalisten begleitete die Ankunft der ersten 158 Flüchtlinge in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes. Begrüßt wurden sie dort vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Superintendent Friedemann Pannen.

Aus Syrien, Afghanistan und Pakistan kommen die meisten der ersten Gäste im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus. Sie haben ihre ersten Tage in Deutschland in Bramsche verbracht und zogen nun zur Entlastung des dortigen Hauses nach Osnabrück um. Die für 500 Menschen konzipierte Einrichtung hat nach Aussagen des Leiters Conrad Bramm in der vergangenen Nacht 888 Menschen Herberge geboten.

Das Osnabrücker Haus dient der Entlastung der drei bisherigen Erstaufnahmeeinrichtungen. Es soll nach Angaben des Innenministers aber auch die Kommunen entlasten, weil sich die derzeitigen kurzen Vorlaufzeiten für die Aufnahme von Flüchtlingen verlängern würden.

„Wir alle wissen, dass schwere Zeiten hinter Ihnen liegen“, begrüßte Pistorius die Flüchtlinge, „wir hoffen, dass gute Zeiten vor Ihnen liegen. Sie sind in Sicherheit.“ Pistorius, Griesert und Pannen setzten sich im Speisesaal an den Tisch einer syrischen Familie mit sieben Töchtern zwischen anderthalb und 16 Jahren.

 

Ehrenamtliche  Helfer

Das Lächeln der Kinder, die sich mit „danke schön“ und „tschüss“ verabschiedeten, machten ihm die letzten Tage des Jahres noch etwas reicher, meinte der Oberbürgermeister. „Diese Mädchen, die lernen und studieren wollen, bereichern unser Land“, schloss Pannen an. Ihnen Schutz und Sicherheit zu bieten sei eine ureigenste Aufgabe der Kirche, unterstrich der Superintendent.

Sein Dank galt allen  Mitarbeitern der Diakonie, die Überstunden machten und Urlaube verschoben hätten, um sich für das Flüchtlingshaus zu engagieren. 25 fest angestellte Kräfte wurden am Montag von 30 Ehrenamtlichen unterstützt, die die Neuankömmlinge auf ihre Zimmer brachten und das Haus vorstellten. 15 Freiwillige hatten am Wochen ende die Sachspenden sortiert und eine Kleiderkammer angelegt. Neue Kleiderspenden können erst im kommenden Jahr angenommen werden.

Die Diakonie freut sich über die große Hilfsbereitschaft: Pensionierte Ärzte wollen über die Feiertage die Sanitätsstation besetzen. Drei Studenten kamen am Montag spontan mit Süßigkeiten für die Kinder der Flüchtlinge.

Zu den neuen festen Kräften gehört Irina Immel, frühere Grundschullehrerin und Erzieherin in einer Landkreis-Kita, die selbst einen Migrationshintergrund hat. Sie habe sich sofort für den Kinderbereich beworben, sagte sie: „Das ist meine Stelle.“

 Auch bei der Begleitung auf die Zimmer konnte die Diakonie einige muttersprachliche Mitarbeiter aufbieten. So auch für die kurdische Familie Dogan. Vater Selim, Mutter Süreya und die Söhne Enes (6), Özcan (3) und Yusuf. Zur Übermittlung des Alters seines Jüngsten an die Journalisten nutzte Selim Dogan ein Übersetzungsprogramm des Handys, das „Halbjahr“ anzeigte. Die Familie richtete sich in einem Zimmer mit vier Betten, einem Babybett und einem Badezimmer ein, das sie sich jetzt mit den Bewohnern des Nachbarzimmers teilen.

Die Diakonie hat inzwischen unter der 08 00/ 4 44 22 24 ein Bürgertelefon geschaltet, an dem es Informationen über das Flüchtlingshaus gibt. Dort werden wie am Bürgertelefon auch weiterhin gerne Sach- und Zeitspenden hilfsbereiter Bürger angenommen.

 Mit den Anliegern des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses werde die Diakonie Anfang kommenden Jahres das Gespräch suchen, sagte Hinrich Haake. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Osnabrück hat zunächst die kommissarische Leitung des Hauses übernommen.

Flüchtlingshaus eröffnet: Weitere Informationen und eine Bildergalerie finden Sie auf www.noz.de/fluechtlinge

 

Quelle: NOZ

 

 

Spendenkonto:

Diakonisches Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück gGmbH
IBAN:
DE70 2655 2286 0161 0548 46
BIC: NOLADE21MEL
Kreissparkasse Melle

Verwendungszweck:
Spende Flüchtlingshaus Osnabrück

Hotline:

Hotline Flüchtlingshaus Osnabrück: 0541-76018807

Mo. - Do. 8:30 – 17:00 Uhr
Fr.           8:30 – 12:30 Uhr

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