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Erstes Flüchtlingsbaby geboren

Der „kleine Löwe“ Leith sieht auf diesem Foto mehr aus wie ein kleiner Bär. Das erste Osnabrücker Flüchtlingsbaby kam im Klinikum zur Welt. Eine Hebamme betreut nun Mutter und Kind im Flüchtlingshaus. Foto: Annekatrin Teschner

Das „kleine Sägewerk“ der Musik- und Kunstschule gab ein Konzert im Flüchtlingshaus. Foto: Thomas Osterfeld

Das „kleine Sägewerk“ der Musik- und Kunstschule gab ein Konzert im Flüchtlingshaus. Foto: Thomas Osterfeld

100 Tage Osnabrücker Flüchtlingshaus – Kinder musizieren für Kinder

Leith, „kleiner Löwe“ heißt das erste in Osnabrück geborene Flüchtlingsbaby. Vor 100 Tagen wurde im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus die vierte Erstaufnahmeeinrichtung Niedersachsens eröffnet. Die Flüchtlinge leben dort wenige Tage bis zu drei Wochen, ehe sie in anderen niedersächsischen Kommunen ein neues Zuhause finden.

Es ist ein Haus für Familien. Entsprechend viele Kinder werden dort betreut. Die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen erhalten von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Deutschunterricht, sagt die Leiterin Annekatrin Teschner. Eine geregelte Beschulung gebe es bisher nicht.

Sie freut sich, dass das Flüchtlingshaus bald einen Spielplatz erhalten wird. Auch bei diesem Thema zeige sich erneut die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung: Ein Osnabrücker habe ihr angekündigt, dass er im privaten Kreis für den Spielplatz sammeln werde. Zwar übernehme das Land den größten Teil der Kosten, dennoch seien Spenden für eine familiengerechte Ausgestaltung willkommen.

„Spielplätze richten sich in der Regel nach bestimmten Altersgruppen“, sagt Teschner: „Wir haben hier von null bis 18 Jahren alle Altersgruppen vertreten.“ In jedem Fall sollen rund um den Spielplatz Sitzgelegenheiten für Mütter und Väter geschaffen werden, die sich bei schönem Wetter im Freien treffen und austauschen können.

Auf der Fläche daneben waren in den vergangenen Tagen Gäste des Flüchtlingshauses damit beschäftigt, das Moos vom Hubschrauberlandeplatz des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses zu entfernen. Dort soll nach Teschners Vorstellungen ein Basketballfeld entstehen, auf dem sich auch die Erwachsenen ein wenig austoben können. Gut angenommen werde jeden Mittwoch das Angebot von Osnabrücker Sportstudenten, die den Kindern und Jugendlichen verschiedene Sportangebote machen.

Für ein wenig Abwechslung der Kinder sorgte das „Kleine Sägewerk“, das Streichorchester der Kunst- und Musikschule. 15 junge Musiker waren mit ihren Instrumenten ins Flüchtlingshaus gekommen, um für Kinder und Jugendliche zu spielen, die mit ihren Eltern aus der Heimat geflohen sind. Mitgebracht hatten sie außerdem Geschenke wie von den Musikern gespendete Kuscheltiere und Wortbücher zum Deutschlernen, die aus dem Erlös des Weihnachtskonzertes gekauft worden waren.

Bei einigen Stücken forderten die Osnabrücker Musiker die kleinen Zuhörer zum Mitmachen auf. Ein Junge musste nicht extra gebeten werden. Er bewies während des Konzertes, dass ein Dirigent in ihm steckt. Die Flüchtlingskinder bedankten sich mit einem Lied in deutscher Sprache, das sie mit Petra Andree im Kinderbereich einstudiert hatten. Wie sehr sich Flüchtlingskinder über Unterhaltung freuen, zeigte sich an einem kleinen Jungen, der Tränen in den Augen hatte, als das Konzert endete.

Die Eltern des kleinen Leith, die Mutter stammt aus Marokko, der Vater aus Jordanien, sind glücklich darüber, dass ihr kleiner Sohn im sicheren Deutschland das Licht der Welt erblickte. Jetzt fehlt nur noch ein Kinderwagen für den jüngsten Gast im Haus. „Die gespendeten Kinderwagen sind vergriffen, wir brauchen dringend neue“, sagt Annekatrin Teschner. Auch Autokindersitze seien willkommen, weil die Mitarbeiter öfter mit Kindern zu Ärzten oder anderen Einrichtungen fahren müssen.

Ulrike Schmidt/NOZ/02.04.2015

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